Greenpeace macht illegales Gentech-Maisfeld unschädlich
Umweltschützer fordern Verbesserung des EU-Zulassungsverfahrens
Wien/Pordenone (GRP - 30.07.2010 11:20 Uhr) Im Norden Italiens, im Friaul, haben heute
Greenpeace-Aktivisten aus Österreich, Italien, Deutschland und Ungarn
ein Feld mit illegal gepflanztem Gentech-Mais unschädlich gemacht.
Sie stellten die Blüten der Risiko-Pflanzen erst unter Quarantäne und
schnitten sie dann ab, um die umliegende Natur vor Verunreinigung zu
schützen.
Untersuchungen von Greenpeace in der letzten Woche ergaben in
Labortests eindeutig, dass es sich auf dem Feld im Friaul um die vom
US-Konzern Monsanto stammende Maissorte MON810 handelt. Genau wie in
Österreich ist auch in Italien der Anbau von MON810 verboten, weil er
eine Gefahr für die Artenvielfalt darstellt. Durch den Anbau können
sich zum Beispiel Giftstoffe im Boden anreichern, außerdem können
Nützlinge wie Schmetterlinge getötet werden.
"Greenpeace hat dieses gentechnisch veränderte Maisfeld heute
unschädlich gemacht, um weiteren Schaden an der umliegenden Natur zu
verhindern", erklärt Federica Ferrario, Gentechnik-Sprecherin von
Greenpeace Italien. "Womöglich hat der Mais bereits seit Tagen seine
gefährlichen Pollen durch Wind und Bienen verbreitet", befürchtet
Ferrario.
Die Greenpeace-Aktion wurde unbedingt nötig, weil die
italienischen Behörden nicht schnell genug gehandelt haben. Nun steht
der Mais in voller Blüte und stellt so eine Gefahr dar, die
unverzüglich abgewendet werden musste. Auf EU-Ebene wurde der Mais
MON810 trotz der bekannten Risiken zugelassen, was Greenpeace bereits
seit Jahren heftig kritisiert.
"Die EU-Zulassung der riskanten Maissorte MON810 zeigt, wie
schlecht das europäische Zulassungsverfahren in der Realität
funktioniert. Wir fordern den österreichischen Umweltminister
Nikolaus Berlakovich dringend auf, sich auf europäischer Ebene für
eine Verbesserung des Zulassungsverfahrens einzusetzen. Nur wenn ganz
Europa gentechnikfrei wird, kann es auch Österreich auf Dauer
bleiben", appelliert Philipp Strohm, Gentechnik Sprecher von
Greenpeace in Österreich, abschließend.
Rückfragehinweis:
Philipp Strohm, Gentechniksprecher Greenpeace, 0664-6126721
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0664-6126718
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/99/aom
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OTS0096 2010-07-30/11:20
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